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NEUERSCHEINUNG

Jochen Voigt:
"Faszination Sammeln: Cartes de Visite"


ISBN 3-9808878-3-9
176 Seiten, 133 Abbildungen, zahlreiche in Farbe
Paperback, 15,5 x 23 cm
EUR 16.50
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Daguerreotypie und Carte de Visite: Gegensätzlicheres könnte es nicht geben. Unser eben erschienenes Buch zeichnet die Erfindung und explosionsartige Ausbreitung der photographischen Visitenkarte über den Globus nach, berichtet von Jubel und Skepsis der Photographen, Kunden und Kunstkritiker. Als um 1860 das kleine Format als neue Modewelle die Länder überrollte, war das Schicksal der unikaten Daguerreotypie endgültig besiegelt. Photohistoriker sprachen später von einer "Demokratisierung des Mediums Photographie", denn fortan war es aufgrund der geringen Kosten jedermann gestattet, ein Abbild seiner selbst in Auftrag zu geben. Eine Besonderheit der photographischen Visitenkarte ist die gleichzeitige Herstellung mehrerer Duplikate gewesen, was durch besonders konstruierte Kameras bewerkstelligt wurde. Man kaufte sein Konterfei gewissermaßen im "Set", acht oder zwölf Karten waren die Regel.

Das neue Format ging einher mit der Idee vom "Sammelbild": berühmte Persönlichkeiten, fremde Länder, Ereignisse, bekannte Architekturen, Landschaften, Tiere, Pflanzen und vieles andere, was die Welt sonst noch zu erklären und illustrieren imstande war, wurde auf Carte de Visite gebannt.

Heute bildet die Carte de Visite ein beliebtes Sammelgebiet, dem bereits eigene Auktionen gewidmet sind. Das Buch führt ein in die unerschöpfliche Thematik der photographischen Visitenkarte und gibt gleichzeitig Informationen zum Preisgefüge am Photomarkt. Gezeigt werden seltene und schöne Beispiele unbekannter und namhafter Photographen aus aller Welt, unter ihnen André Adolphe Eugène Disdéri, Camille de Silvy, Ludwig Angerer, Bertha Wehnert-Beckmann und viele andere. Berücksichtigt werden vor allem die 1860er und 1870er Jahre, in denen die Carte de Visite ihre Blütezeit erlebte.
Im handlichen Taschenbuchformat soll die Ausgabe ein informativer Begleiter für alle Sammler, Photoliebhaber und Einsteiger in das Thema sein.


EIN ZITAT

"Man kann sich keinen Begriff davon machen, wie das hiesige Publicum für die Visitenkarten eingenommen ist. Jeder will sein Portrait in diesem Format besitzen und an seine Freunde vertheilen. Sodann werden die Portraits der politischen, künstlerischen und literarischen Notabilitäten, der Berühmtheiten der Geistlichkeit, der Magistratur, der Armee, des Theaters und selbst der Demimonde in Tausenden von Exemplaren abgezogen und im Handel verbreitet. Dies ist jetzt ein wichtiger Zweig der Pariser Industrie. Es gibt keinen Salon, wo man jetzt nicht ein Album mit diesen kleinen Bildern findet. Sicher hat man vor fünf oder sechs Jahren, als Herr Delessert zum Vergnügen sein Portrait auf eine Visitenkarte klebte, nicht daran gedacht, dass er eine der einträglichsten Anwendungen der Photographie dadurch geschafft hat.” Mit diesen Worten beschrieb der Pariser Kunstkritiker und Journalist Ernest Lacan 1860 ein neues Suchtverhalten der Pariser Gesellschaft, welches sich gerade international auszubreiten begann. (Auszug aus dem Buch "Faszination Sammeln: Cartes de Visite")

  oben: Eine Carte de Visite von André Adolphe Eugène Disdéri: Kaiser Napoleon III. mit Kaiserin Eugénie und dem kleinen Kronprinzen „Loulou“, aufgenommen in Paris 1859.

darunter: Einbandrückseite des Buches mit Cartes de Visite aus verschiedenen Ländern.


darunter: Eine Carte de Visite aus Algerien von J. Garrigues, dem Hofphotographen des Beys von Tunis. 1870er Jahre.


links: Cover des Buches mit einer Carte de Visite des sächsischen Photographen August Pause, darstellend seine Tochter mit dem Atelierhund, um 1870.


   
   
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