ZUR ÜBERSICHT FACHLITERATUR
Jochen Voigt unter Mitarbeit von Christoph Kaufmann,
Eberhard Patzig, Roland Schwarz und Frank Weiß
DER GEFRORENE AUGENBLICK -
DAGUERREOTYPIE IN SACHSEN 1839-1860
Inkunabeln der Photographie in sächsischen Sammlungen


Chemnitz 2004
320 Seiten
Festeinband
ca. 450 Abbildungen, etwa 170 in Farbe
ISBN 3-9808878-2-0

Gemeinsamer Bestandskatalog "Daguerreotypie" des Museums für Kunsthandwerk / Grassimuseum Leipzig, des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig, der Technischen Sammlungen Dresden und des Vogtlandmuseums Plauen.
Der voluminöse Band vermittelt zum ersten Mal einen Einblick in die Ausbreitung der Daguerreotypie in Sachsen und in die heute noch vorhandenen Stücke in verschiedenen Sammlungen. Es darf als gelungenes Pilotprojekt gelten, daß sich erstmals in Deutschland mehrere Museen zur Publizierung eines gemeinsamen Bestandskataloges zusammenschlossen.
Der Band beginnt mit einer Übersichtsdarstellung zur Geschichte der Daguerreotypie und ihrer weltweiten Ausbreitung. Diese Einleitung, illustriert mit weitgehend unbekannten Beispielen aus sächsischen Kollektionen, schafft die Basis für das Verstehen und Werten der Vorgänge in Sachsen. In einem zweiten Kapitel wird die technische Seite der Daguerreotypie beleuchtet, wie es in dieser ausführlichen Art noch nicht in der deutschsprachigen Literatur erfolgt ist. Auch hier illustrieren zahlreiche Abbildungen die Darlegungen, wobei vielfach der Blick auf Details gelenkt wird, die nur dem Restaurator zugänglich sind.
Dann wird der Beginn der photographischen Betätigungen in Sachsen beleuchtet; neben Dresden und Leipzig sind auch Chemnitz und Altenburg einbezogen. Ausgewertet wurden die Jahre 1839 bis 1841.
Den größten Umfang nimmt die Darstellung zur Ausbreitung der Daguerreotypie ab ca. 1842 ein, hier kommen weitere Orte hinzu, namentlich Zwickau, Plauen, Freiberg, Pirna und Bautzen. Abgerundet wird der Überblick durch Einzelbiographien von Carl Dauthendey, Eduard Wehnert, Bertha Wehnert-Beckmann, Friedrich August und Constantin Schwendler, Johann Georg und Guido Mägerlein sowie Hermann Krone. Als Höhepunkt darf sicherlich die Ausführung zu Wehnert-Beckmann gelten, denn während der Buchrecherchen fanden sich zahlreiche, bislang unbekannte Daguerreotypien dieses Ateliers. Bertha Wehnert-Beckmann, so konnte ermittelt werden, ist die erste Daguerreotypistin der Welt gewesen.
Die zweite Buchhälfte wird von den Bestandskatalogen eingenommen, die weit über das bislang Übliche hinausgehen. Jede Daguerreotypie ist ausführlich erfasst und meistens auch kommentiert. Jedem Katalog ist eine Darlegung der Sammlungsentwicklung vorangestellt.
Den Abschluss bilden ein Verzeichnis aller Daguerreotypisten in Dresden, Leipzig und Chemnitz im Spiegel der Adressbücher sowie eine umfangreiche Bibliographie und ein Namensregister.
Hervorzuheben ist die hervorragende Abbildungsqualität, die im Kontext zu den vielfach vergrößerten Details auch der ästhetischen Komponente der Daguerreotypie ihren Tribut zollt.


   
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