ZUR ÜBERSICHT FACHLITERATUR
John Wood (Herausgeber):
America and the Daguerreotype

Iowa City 1991
274 Seiten, 26,7 x 22,8 cm
Paperback
92 Farbabbildungen, 2 s/w-Abbildungen
ISBN 0-87745-675-5

In englischer Sprache

Herausgeber John Wood (Professor für Englisch und Direktor of The creative writing programm at McNeese State University) ist durch viele Bücher über Photographie international bekannt geworden, so z.B. mit "The Daguerreotype: A Sesquicentennial Celebration" (1989), "The Art of the Autochrome" (1995) und "The Photographic Arts" (1996).
Das mit atemberaubenden Motiven illustrierte Buch reflektiert den speziell amerikanischen Beitrag zur internationalen Entwicklung des Mediums Daguerreotypie. Die vom alten Europa so verschiedene amerikanische Gesellschaftsordnung fand gerade im Porträtbereich einen entsprechenden Niederschlag, was sich im Buch ausgezeichnet nachverfolgen läßt
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Ein besonders interessantes Kapitel ist dem Sterben und dem Tod gewidmet, der auch in der Daguerreotypie seinen Niederschlag fand. Auf fast schockierende Weise wird man mit der hohen Kindersterblichkeit damaliger Zeiten konfrontiert, erfährt aber auch vieles über das damals ganz andere Umgehen mit dem Tod.
Die von den Gebrüdern Langenheim (aus Braunschweig gebürtig) in den USA eingeführte Talbotypie erfährt durch die Autoren eine Bewertung als ästhetischer Gegenpol zur Daguerreotypie.
Detailliert betrachtet wird auch die Landschafts- und Architekturdaguerreotypie und das Phänomen des kalifornischen Goldrausches in den 1850er Jahren.
Ein ganzes Kapitel widmet sich schließlich der zeitgenössischen Daguerreotypie, die in Amerika ihre meisten Vertreter hat.
Zu den zahlreichen Abbildungen im Text fügt sich ein Tafelanhang mit weiteren 100 Daguerreotypien. Indianer, Westmänner, Handwerker mit ihren Werkzeugen und Künstler mit ihren Instrumenten, Politiker und Offiziere, Sklaven, Soldaten, Siedler und Kinder zeichnen ein überaus lebendiges Bild der damaligen amerikanischen Gesellschaft. Viele Ereignisphotographien auf Silberplatte vermitteln einen Eindruck von der Erschließung des Landes via Treck oder Eisenbahn, zahlreiche Landschaftsaufnahmen künden von der unendlich scheinenden Weite Nordamerikas.

   
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