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DAGUERREOTYPIEKONVOLUT
des Robert-Schumann-Hauses Zwickau
Forschungs- und Gedenkstätte


Die sehr kleine, aber erlesene Kollektion von Daguerreotypien, die das Archiv des Robert-Schumann-Hauses Zwickau -weltweit größte Sammelstätte von Handschriften und Musikdrucken Robert und Clara Schumanns- bewahrt, hängt thematisch eng mit der Lebensgeschichte des berühmten Künstlerpaars zusammen. Sie wurde nicht systematisch angelegt, sondern ergab sich aus Ankäufen und dem Erwerb von Nachlassgegenständen in den Jahren zwischen 1915 und 1957.
Im März 1850, in Robert Schumanns 40. Lebensjahr, entstanden die beiden Porträt-Aufnahmen von ihm, die der Hamburger Daguerreotypist Johann Anton Völlner schuf. Zwei weitere Bilder zeigen Clara Schumann mit der ältesten Tochter Marie, aufgenommen ca. 1845 vermutlich in Dresden und ca. 1851/52 in Düsseldorf.
Ein Geschenk des Berliner Malers und Akademieprofessors Eduard Magnus (1799-1872) an Clara Schumann stellt die kleine Reproduktion von Magnus' bekanntem Porträt Felix Mendelssohn Bartholdys dar, das Clara als "das ähnlichste von allen (Mendelssohn-)Bildern' erschien..." Schließlich finden sich Bildnisse einer blinden Freundin Clara Schumanns aus Düsseldorf, Rosalie Leser, und (leider stark beschädigt) des mit Clara Schumann und Johannes Brahms befreundeten Komponisten Julius Otto Grimm.
Die Aufnahmen von Robert und Clara Schumann sind dokumentiert und abgebildet in: Clara und Robert Schumann. Zeitgenössische Porträts, hg. von Bernhard R. Appel, Inge Hermstrüwer und Gerd Nauhaus, Düsseldorf 1994, sowie in Ernst Burger: Robert Schumann. Eine Lebenschronik in Bildern und Dokumenten, Mainz etc. 1999.
Die Sammlung ist nicht öffentlich ausgestellt, kann aber nach Voranmeldung zu Forschungszwecken besichtigt werden.

Dr. Gerd Nauhaus

   

oben: Porträt Clara Schumanns mit ihrer Tochter Marie vor einem gemalten Hintergrund, Daguerreotypie eines Unbekannten, um 1845/46.

mittig: Porträt Robert Schumanns, Daguerreotypie von Johann Anton Völlner im zugehörigen Etui, aufgenommen in Hamburg am 20. März 1850. Der Hamburger Daguerreotypist Völlner, ein gebürtiger Berliner, begann 1844 in der Elbestadt seine Arbeit als Lichtbildner und zählt heute zu den Großen der Photographiegeschichte. Sein Schumann-Porträt diente als Vorlage für die bekannte Zeichnung Eduard Bendemanns, die allerdings erst viele Jahre später 1859 entstand.

links: Porträt der Rosalie Leser (geb. 1812), Daguerreotypie eines Unbekannten (vielleicht Wilhelm Severin) Düsseldorf, um 1854.


   
   
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