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A GERMAN LADY
BERTHA WEHNERT-BECKMANN
Leben & Werk einer Fotografiepionierin

EIN UNGEWÖHNLICHES KINDERPORTRÄT

Bertha Wehnert-Beckmann

Porträt eines Kindes
Daguerreotypie, 1/4-Platte
Leipzig, 1850er Jahre
GRASSI Museum für Angewandte Kunst

Abbildung aus dem Buch
"A German Lady" von Jochen Voigt


Schon lange gibt diese Daguerreotypie Rätsel auf, denn eindeutig konnte noch nicht geklärt werden, ob es sich um ein krankes, totes oder nur müdes Kind handelt, dem hier ein ungewöhnliches Denkmal gesetzt wurde.
Die Daguerreotypie befindet sich in einem Holzetui, das mit lederartigem Papier überzogen ist.
Ein Atelieretikett ist nicht vorhanden, aber drei Indizien sprechen für Wehnert-Beckmann:
1. Der Leipziger Stadtrat und Fotografenmeister Sander schenkte diese Daguerreotypie zusammen mit weiteren Objekten aus dem Nachlass Wehnert-Beckmann an das Museum.
2. Das Kind legt seinen Kopf auf ein Kissen ab, das eindeutig aus Wehnert-Beckmanns Atelier stammt. Es handelt sich um das Kissen mit den vier Quasten. (Siehe A German Lady, Seite 391) Dieses Requisit taucht auf vielen Daguerreotypien, Kalotypien und Kollodiumaufnahmen auf, ein weiteres Beispiel zeigen wir auf der unteren Abbildung.
3. Der nur schemenhaft sichtbare Stuhl ist ein barockers Sitzmöbel, das den sächsischen Rehfußstühlen sehr ähnlich sieht. Zum Vergleich haben wir ein ähnliches Exemplar abgebildet. Der Stuhl ist nur sehr selten auf Wehnert-Beckmannschen Aufnahmen zu sehen. Auf einer 2003 restaurierten Daguerreotypie, die das Innere des Ateliers wiedergibt, kann man ihn aber zweifelsfrei erkennen. (Siehe Jochen Voigt: Der gefrorene Augenblick, S. 123)

   





   
   
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