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A GERMAN LADY
BERTHA WEHNERT-BECKMANN
Leben & Werk einer Fotografiepionierin

DER HERR DER GÄRTEN

Bertha Wehnert-Beckmann

Porträt des preußischen Gartenkünstlers
Joseph Peter Lenné (1789-1866)
Daguerreotypie, 1/4-Platte
Leipzig, um 1850
Deutsches Museum, München

Abbildung aus dem Buch
"A German Lady" von Jochen Voigt


Eigentlich stellt dieses bisher nicht identifizierte und vollkommen unbekannte Bildnis eine Sensation dar. Bis jetzt muss man diese Aufnahme wohl als einziges fotografisches Porträt des Gartenküntlers Lenné sehen

"Peter Joseph Lenné prägte fast ein halbes Jahrhundert die Gartenkunst in Preußen. Er gestaltete weiträumige Parkanlagen nach dem Vorbild englischer Landschaftsgärten und konzentrierte sich vor allem in seiner Spätzeit auf eine sozialverträgliche Stadtplanung Berlins, indem er Grünanlagen für die Naherholung der Bevölkerung schuf. Der Schwerpunkt seiner Arbeiten lag im Berlin-Potsdamer Kulturraum, doch finden sich auch in vielen weiteren Teilen Deutschlands Zeugnisse seiner Arbeiten.

Charakteristische Merkmale seiner Landschaftsgestaltungen sind die vielfältigen Sichtachsen, mit denen er vor allem in Potsdam die einzelnen Parkanlagen optisch miteinander verband und deren Bauwerke durch diese Sichtlinien wirkungsvoll in Szene setzte. Die Sichtschneisen nahm er als Ausgangspunkt für die Anlage verschlungener Wege und Gartenflächen, in denen er mit exotischen Pflanzen Akzente setzte. Sein landschaftskünstlerisches Werk bildet einen wesentlichen Teil der Berlin-Potsdamer Kulturlandschaft, die von der Pfaueninsel bis nach Werder reicht. Es steht, seit die gesamte Landschaft 1990 zum Weltkulturerbe ernannt wurde, unter dem Schutz der UNESCO.

Während seiner Amtszeit bekam Lenné zahlreiche Ehrungen. Da er als preußischer Beamter in königlichen Diensten für seine Arbeiten außerhalb Preußens kein Honorar nehmen durfte,[25] erhielt er zahlreiche Sachgeschenke wie Orden, Tafelservice, Tuchnadeln und ähnliches mehr. Außerdem wurden noch zu seinen Lebzeiten Straßen nach ihm benannt, in denen er gartengestalterisch tätig war. Unter anderem in Berlin, wo er sich ein Jahr vor der Namensumbenennung durch den Architekten Ludwig Persius 1838 ein Haus in der Lennéstraße 1 (vormals Kanonenweg) errichten ließ. Am 30. April 1853 ernannte ihn die Königlich Preussische Akademie der Künste in Berlin zum Ehrenmitglied. Von der Universität Breslau bekam er am 12. Januar 1861 die Ehrendoktorwürde (Dr. phil. h. c.) und am 29. Juni 1863 von der Stadt Potsdam die Ehrenbürgerschaft.[26] Von den zwölf in- und ausländischen Orden, die Lenné zwischen 1832 bis 1864 erhielt,[27] empfing er von Friedrich Wilhelm IV. das Komturkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern und für einen preußischen Beamten bürgerlichen Standes als besondere Auszeichnung, den Roten Adlerordens II. Klasse.[28] Außerdem ließ der König 1848 im Park Sanssouci, nördlich des Neuen Palais, eine Herme mit Lennés Bildnis aufstellen. Die 1847 von Heinrich Berges ausgeführte Marmorbüste entstand nach einem Model von Christian Daniel Rauch. Die Botaniker ehrten ihn mit der Benennung einer Magnolienart, der Magnolia (soulangeana) lenneana, aus der Familie der Magnoliengewächse und mit der Gattung Monstera lennea (jetzt Monstera deliciosa) aus der Familie der Aronstabgewächse." (Zitiert nach Wikipedia)

In Leipzig, wo Lenné Bertha Wehnert-Beckmanns Studio aufsuchte, konzipierte er den Johannapark und den sogenannten Schiller-Park. Auf der Daguerreotypie ist er mit einem "Schiefblatt" porträtiert.

Bild 1: spiegelverkehrte Daguerreotypie mit dem Bildnis Lennés
Bild 2: im Photoshop gedrehter Bildausschnitt
Bild 3: gemaltes Bildnis Lennés von Carl Joseph Begas (1794-1854), um 1850
Bild 4: Kopie der von Christian Daniel Rauch 1847 entworfenen Porträtherme im Botanischen Garten der Universität Bonn. Das Original befindet sich im Park von Sanssouci.

   





   
   
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