ZUM MONATS-ARCHIV
HOME

HINRICH PICKENPAIK

Anton Heinrich Meyer (geb. um 1827)

Porträt eines Paares, die Frau in Altländer-Tracht
Daguerreotypie, 1/4-Platte, fein koloriert
Mit Flammleistenbesatz (nicht in der Abbildung zu sehen). Passepartout-Karton rechteckig ausgeschnitten mit gerundeten Ecken, darin ein vergoldeter Metallrahmen. Rückseitig auf Klebeetikett bezeichnet: “Atelier von A. H. Meyer in Stade”
Stade, um 1850/55
Sammlung May und Jochen Voigt

Diese Daguerreotypie zeigt ein Paar aus dem sogenannten Alten Land, einer fruchtbaren Marschebene an der Elbe zwischen Buxtehude und Stade. Die Frau trägt die Altländer Tracht der verheirateten Frauen, welche der niederländischen Tracht recht ähnlich ist, sich jedoch von denen der übrigen friesischen und niedersächsischen Bevölkerungsteile der anderen Marschen unterscheidet. Rückseitig hat man Angaben zu den daguerreotypierten Personen vermerkt:

“Hinrich Pickenpaik und Engel geb. Schlieker in York Großvater von Käthe Zimpel geb. Sterhmann”

Die Ortsbezeichnung “York” meint den Hauptort des Alten Landes, nämlich das Dorf Jork. Anton Heinrich Meyer wurde um 1827 in Stade als Sohn des Schirmmachers Raphael Lazerus Meyer geboren. Vor seiner Photographenkarriere arbeitete er fünf Jahre als Zigarrenmacher. Er erhielt am 25. Februar 1859, in Stade lebend, eine Konzession zur Ausübung der Photographie im Umherziehen, also als Wanderphotograph. Der Stader Magistrat, der Meyers Antrag der Regierung zur Entscheidung vorlegte, betonte dabei die Eilbedürftigkeit, weil Meyer "jetzt (am 23. Februar 1859) bereits seine Bude" in Jork bezogen habe.
Stade, im Einzugsgebiet Hamburgs gelegen, war relativ zeitig mit dem neuen Medium Daguerreotypie in Berührung gekommen. Hier erteilte bereits 1843 der Goldarbeiter und Graveur C. Schmahlfeld Unterricht im Daguerreotypieren und verkaufte die dazu nötigen Apparate.

   




Auf der Rückseite der Daguerreotypie klebt ein originales Etikett mit dem Namen des Daguerreotypisten. Autorisierte Daguerreotypien haben einen besonderen Wert, denn sie sind außerordentlich selten. Man schätzt, daß nur etwa 15 % aller Aufnahmen ein Label tragen.

   
   
NACH OBEN
  3535