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HIER STELLEN WIR MONATLICH
EINE BESONDERE DAGUERREOTYPIE VOR

Studio Mathew B. Brady

Porträt eines unbekannten Mannes
1/6-Platte unter Metallpassepartout
im originalen Etui
New York, um 1845
Sammlung May und Jochen Voigt


Matthew B. Brady gehört zu den bekanntesten Daguerreotypisten Nordamerikas. Um 1823 wurde er in Warren County im Bundesstaat New York als Sohn irischer Einwanderer geboren. In jungen Jahren erhielt er Malunterricht durch William Page, der ihn 1840 dem New Yorker Malerkollegen Samuel F. B. Morse empfahl. Morse, vor allem berühmt durch den nach ihm benannten Zeigertelegraph, gehörte zu den ersten Amerikanern, die sich mit der Daguerreotypie befassten. Bei ihm erlernte Brady die neuartige Kunst, die er später zu seinem Beruf machen sollte. Vorher war Brady Hersteller von Etuis für Goldschmiedearbeiten, so genannten "jewels cases", gewesen. Ab 1843 produzierte er dann in eigener Firma Etuis für Daguerreotypien. Am Broadway 205/207, Ecke Fulton Street, also im besten Geschäftsviertel der Metropole, eröffnete er 1844 auch ein erstes Atelier – die "Daguerreian Miniature Gallery". Sicherlich hatte ihn der Erfolg angespornt, der im Herbst 1843 seinen beim "Fair of the American Institute" ausgestellten Daguerreotypien zu teil geworden war. Er konnte den ersten Preis entgegen nehmen, eine Ehrung, die sich 1845 wiederholen sollte. Zur internationalen Weltausstellung in Londo 1851 stellte Brady 45 Daguerreotypien aus und errang eine der begehrten Preismedaillen.
Als Brady 1853 sein zweites Studio am Broadway eröffnete, beschäftigte er bereits 25 Mitarbeiter. Wie man inzwischen weiß, hat Bradys Sehkraft seit 1851 sehr stark nachgelassen, so dass er nicht mehr selbst hinter der Kamera stehen konnte.
Unsere hervorragend erhaltene Daguerreotypie eines unbekannten Mannes mit skurriler Frisur steckt in einem frühen Etui, welches die geprägte Bezeichnung "M. B. Brady Casemaker N.Y." trägt. Dass nicht nur das Etui von Brady, sondern auch die Aufnahme aus seinem ersten New Yorker Studio stammt, lässt sich durch die verwendete Ziervase und die blaue Kolorierung des Tischtuches belegen. Sie gelten als eindeutige Identifikationsmerkmale.


   





   
   
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