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EINE BESONDERE DAGUERREOTYPIE VOR

Unbekannter Daguerreotypist

Porträt einer Frau mit Schute und Sonnenschirm
1/6-Platte unter Metallpassepartout mit Sandstruktur
Lederbezogenes geprägtes Etui
Deckel innen mit roter Seide ausgefüttert
USA, um 1847–1848
Literatur: Spielgelbilder. Europäische und amerikanische Porträtdaguerreotypie 1840-1860, Chemnitz 2007, S. 110
Sammlung May und Jochen Voigt

Porträtdaguerreotypien sind immer wieder ein Spiegelbild der herrschenden Mode und damit eine wertvolle Quelle für die Entwicklungsgeschichte der Bekleidung. Diese Frau mit voluminösem Schutenhut kam mit einem Sonnenschirm ins Atelier des Daguerreotypisten, einem wichtigen Accessoire der modebewussten Dame. Trotzdem sind nur höchst selten Daguerreotypien überliefert, auf denen der Schirm so deutlich im Bildaufbau eine Rolle spielt wie hier – vor allem im aufgespannten Zustand.
Die Platte trägt eine Schlagmarke der Firma „Louis B. Binsse and Company“ aus New York, die zwischen 1844 und 1848 in Verwendung war. Louis B. Binsse handelte mit „Paris goods and fancy article“, importierte also Waren aus Paris, darunter verschiedene Photoartikel wie Kameras, Objektive und Daguerreotypieplatten. Letztere wurden dann in New York – Binsse betrieb ein Geschäft auf der William Street, Southwest Corner of Maiden Lane – mit seiner Schlagmarke versehen. Aber Binsse stellte auch selbst Platten her.
Das Etui entstand in der zweiten Hälfte der 1840er Jahre; der charakteristische Passepartoutausschnitt wurde seit etwa 1847 benutzt. Von diesen Daten leitet sich die zeitliche Einordung der Daguerreotypie ab.

   





   
   
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