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HIER STELLEN WIR MONATLICH
EINE BESONDERE DAGUERREOTYPIE VOR

Unbekannter Daguerreotypist

Porträt eines schottischen Jungen mit seinen Schwestern
1/4-Platte unter Metallpassepartout mit Sandstruktur
Kanada, um 1848
Gesamtabmessungen: 108 x 96 x 4 mm
Literatur: Spiegelbilder, Chemnitz 2007, S. 63.
Sammlung May und Jochen Voigt

Dieses anrührende Bildnis eines hochgewachsenen Jungen in schottischer Tracht und seinen Schwestern im Partnerlook stammt mit großer Wahrscheinlichkeit aus Kanada. Es wurde in Toronto erworben. Um 1850 – also im Entstehungszeitraum dieser Daguerreotypie – zählte Kanada 1 842000 Einwohner, von denen die meisten französischstämmig waren. Die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe wurde durch Engländer, Iren und Schotten gebildet. Selbstverständlich pflegten diese auch in der neuen kanadischen Heimat ihre aus der Ferne mitgebrachten Brauchtümer und Trachten.
Durch geschickte Armhaltungen sind die in Dreieckskomposition aufgestellten Kinder innig miteinander verbunden. Während das größere Mädchen einen Arm auf den Bruder legt, greift der die Hand seiner kleineren Schwester. Hinter dem Jungen wurde ein Stativ plaziert, an dem ein Kopfhalter befestigt ist. Solche „Halseisen“ gehörte zur Standartausrüstung eines jeden Daguerreotypisten, die sie allerdings nicht erfunden, sondern aus der Arbeitswelt der Miniaturmaler und Bildhauer übernommen hatten. Ziel war es angesichts der langen Belichtungszeiten, jegliches Wackeln der Porträtierten zu unterbinden.

   





   
   
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