ZUM MONATS-ARCHIV

HIER STELLEN WIR MONATLICH
EINE BESONDERE DAGUERREOTYPIE VOR

Thomas Richard Williams (1825–1871)

Porträt eines Mannes mit Brille
1/6-Platte (koloriert) unter Metallpassepartout
Lederbezogenes glattes Etui
Deckel innen mit rotem Samt ausgefüttert
Unter der Platte Photographenetikett
London, um 1855–1857
Etuiabmessungen: 98 x 85 x 20 mm, originale Versiegelung
Literatur: Jochen Voigt: Spiegelbilder, Chemnitz 2007, S. 123.
Sammlung May und Jochen Voigt, Chemnitz


Zu einem der wichtigsten englischen Protagonisten der Stereophotographie in den fünfziger und sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Engländer T. R. Williams, der zunächst nur in der „zweiten Reihe“ tätig war: Er arbeitete schon früh als Operateur bei Claudet und bei Beard in London. Seine exzellenten Kenntnisse auf dem Gebiet der Stereodaguerreotypie brachte Williams zu Beginn der 1850er Jahre in ein eigenes Atelier ein, das er in der Londoner Regent Street eröffnete. Legendär sind seine Stereoskopen mit Ansichten aus dem Kristallpalast, aber auch die stillebenhaften, mitunter allegorisch gemeinten Kompositionen.
Das Bildnis eines Herrn mit Brille – ein qualitätsvolles Beispiel der ebenfalls betriebenen Porträtdaguerreotypie – ist direkt auf der Silberplatte mit den gravierten Initialen „TRW“ gekennzeichnet. Darüber hinaus klebt im Etui ein Zettel mit der Adresse des Ateliers: „MR. T. R. WILLIAMS, PHOTOGRAPHIC ARTIST, 35, West Sq, St. George’s Rd. Lambeth“. Dieses Zweitstudio betrieb Williams nur kurze Zeit zwischen 1855 und 1857, wodurch sich die Aufnahme zeitlich relativ genau einordnen lässt.
   


oben: Die original versiegelte Williams-Platte hat sich in exzellenter Qualität erhalten.


Darunter: In der Vergrößerung lässt sich die subtile Kolorierung gut erkennen.

Links: An der rechten Seite hat Williams die Daguerreotypie durch eingeritzte Initialen "T. R. W." autorisiert.

   
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