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HIER STELLEN WIR MONATLICH
EINE BESONDERE DAGUERREOTYPIE VOR

Unbekannter Daguerreotypist (John Plumbe Jr. ?)

Porträt eines Mannes vor gemaltem Hintergrund
1/6-Platte (leicht koloriert) unter Metallpassepartout
mit Sandstruktur
Lederbezogenes geprägtes Etui, Rückseite glatt
Deckel innen mit roter Seide ausgefüttert
USA, um 1843
Etuiabmessungen: 92 x 80 x 18 mm
Literatur: Jochen Voigt: Spiegelbilder. Europäische und amerikanische Porträtdaguerreotypie, Chemnitz 2007, S. 31.
Sammlung May und Jochen Voigt

Die Lichtstimmung dieser Daguerreotypie trägt zu einer fast suggestiven Ausstrahlung bei. Zarte Kolorierungen mit Rosa und Blau rufen den Eindruck von Morgenröte hervor. Der eindringlich blickende Mann mit scharf geschnittener Nase sitzt an einem Tisch mit Folianten. Hinter ihm breitet sich eine arkadische Landschaft mit fernen Bergen, Schirmakazien und antikem Tempel aus. Fast wirkt es so, als wäre dem Porträtierten soeben ein Windstoß durchs Haar gefahren, was die Anmutung einer Freilichtaufnahme noch erhöht. Offenbar hatte der Daguerreotypist seitlich einen Spiegel aufgestellt, der Licht auf den Rücken des Mannes reflektierte. Um Kopf und Schulter entstand dadurch ein effektvoller Lichtsaum.
Der gemalte Hintergrund erinnert sehr an Aufnahmen aus dem Studio von John Plumbe Jr. Das Etui nimmt ein Lyramotiv auf, wie es etwa von Plumbe oder auch von Matthew B. Brady in ähnlicher Form verwendet wurde, doch bildet es eine eigene Variante, die noch nicht einem konkreten Etuimacher zugewiesen werden konnte.
   

oben: Die frühe Platte besitzt keinen Preserver

darunter: Im Computer gespiegeltes Gesicht. So hat der Mann tatsächlich ausgesehen.

links: Der Rücken des unteren Buches wurde mit Muschelgold betupft, um goldene Buchstaben vorzutäuschen. Die Buchstaben sind spiegelbildlich und somit auch das ganze Porträt.


   
   
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