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EINE BESONDERE DAGUERREOTYPIE VOR

Unbekannter Daguerreotypist

Porträt zweier Schwestern
1/9-Platte (koloriert) unter Metallpassepartout
Lederbezogenes Etui, Deckel mit rotem Samt ausgefüttert
England, um 1843
Etuiabmessungen: 89 x 76 x 19 mm, originale Versiegelung,
Platte rückseitig ganzflächig mit Papier überzogen
Literatur: Jochen Voigt: Spiegelbilder. Europäische und amerikanische Porträtdaguerreotypie, Chemnitz 2007, S. 23.
Sammlung May und Jochen Voigt

Zwei Mädchen mit zartblau kolorierten Röcken sitzen auf einem voluminösen Sessel, dessen geschnitzte Rückenlehne hinter dem linken Kind herausragt. Sicherlich sind es Geschwister, worauf
übereinstimmende Kleidung und Frisuren hinweisen. Im Hinter-grund deutet sich eine gemalte Landschaft an, die rechts von einem Postament mit großer Vase begrenzt wird.
Frühe Aufnahmen mit künstlichem Hintergrund sind in Europa äußerst selten, erst im Jahr 1842 hat der aus Frankreich gebürtige Daguerreotypist Claudet in London seinen Kollegen die Verwendung von gemalten Rückbildern empfohlen. Ob Claudet auch Urheber dieses Bildnisses ist, bleibt in Ermanglung von Vergleichsmaterial leider ungeklärt. Rückseitig ist die Daguerreotypie vollflächig mit einem Siegelpapier überzogen. Durch das Papier markiert sich die Platte, die nur wenig größer als der Bildausschnitt ist.
   




oben: zartblau kolorierte Röcke im Partnerlook

darunter: Typisch englisches Etui mit genarbtem, rotem Leder

links: Gesamtansicht, links das Pad aus rotem Samt.


   
   
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