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HIER STELLEN WIR MONATLICH
EINE BESONDERE DAGUERREOTYPIE VOR

Eduard Vaillat

Porträt eines Mannes im Sessel
1/4-Platte unter Papierpassepartout
Auf dem Passepartout bezeichnet:
„VAILLAT, PALAIS ROYAL, 43.“
Paris, 1843
Gesamtabmessungen: 122 x 105 x 4 mm, originale Versiegelung
Literatur: Jochen Voigt: Spiegelbilder. Europäische und amerikanische Porträtdaguerreotypie, Chemnitz 2007, S. 22.
Sammlung May und Jochen Voigt

Im Geburtsland der Daguerreotypie – in Frankreich – brach schon wenige Stunden nach Bekanntgabe des Verfahrens am 19. August 1839 die „Daguerreomanie“ aus. In einem Ansturm auf die Geschäfte der Optiker und Drogisten suchte man Objektive und Chemikalien zu erstehen, mit denen sich Daguerres Anweisungen umsetzen ließen. Nach dieser ersten Welle begannen findige Köpfe, eigene Ateliers zur berufsmäßigen Ausübung der Daguerreotypie zu etablieren. Am Palais Royal in Paris hatten sich mehrere Pioniere der Photographie niedergelassen, unter ihnen der Optiker Eduard Vaillat. Hier entstand eine der Keimzellen einer neuen Studiokultur.
Die rückseitig authentisch datierte Daguerreotypie gehört zu den besonders frühen, erhalten gebliebenen Beispielen Vaillatscher Porträtkunst.

Vaillat musste seinen Pioniergeist wie viele andere mit der Gesundheit bezahlen. 1856 schrieb Wilhelm Horn im Photographischen Journal über den Meister: „Wie wir hörten, ist dieser Veteran in der Daguerreotypie durch seine angestrengten photographischen Studien in früheren Zeiten und in Folge der eingeathmeten Jod- und Bromdämpfe sehr leidend geworden, – ein Loos, das leider so viele der älteren Photographen traf, die sich Alles selbst suchen mussten und nicht um 50 Thaler Lehrgeld fünfzehnjährige Erfahrung sich kaufen konnten, wie dies heutzutage der Fall ist."


   
oben: Die gute Abdichtung verhinderte das Eindringen von Luft weitgehend.

Darunter: Detailansicht

Links: Seit ca. 1841 betrieb Vaillat unter dieser Adresse sein Atelier.


   
   
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