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HIER STELLEN WIR MONATLICH
EINE BESONDERE DAGUERREOTYPIE VOR

Trutpert Schneider und Söhne

Kleine Gesellschaft in einem Gartenhaus
Deutschland (?), 1850er oder 1860er Jahre
Kulturhistorische Sammlungen Görlitz
In einem Originaletui mit zwei Betrachtungslinsen (10 x 12,8 cm x 1,8 cm).
Größe der Platte: 8,2 x 10,8 cm
Auf dem Papierpassepartout mit dem geprägten Schriftzug versehen: "STEREOSCOP VON T. SCHNEIDER UND SOEHNE"

Die Sammlung T. und W. Bosshard, die gerade in Wintherthur in der Schweizer Fotostiftung zu sehen ist (siehe unter NEWS Dezember 2006), beinhaltet u.a. mehrere Daguerreotypien "aus dem Hause Trutpert Schneider und Söhne" im badischen Ehrenstetten, denen in der Begleitpublikation ein besonderes Kapitel eingeräumt wurde. Einige dieser Silberbilder waren bereits in der Monographie "T. Schneider & Söhne. Vom Dorfschreiner zum Hofphotographen" bzw. im Katalog "Silber und Salz" publiziert worden, andere sind zum ersten Mal zu sehen. Das Oeuvre der Photographenfamilie Schneider erfährt damit erneut eine verdiente Würdigung.
Wir wollen dies zum Anlass nehmen, eine bislang unbekannte Stereodaguerreotypie der Schneiders vorzustellen und der Forschung zugänglich zu machen. Sie gehört den kulturhistorischen Sammlungen der Stadt Görlitz. Die wunderbar erhaltene Aufnahme zeigt drei Männer und eine Frau in einem Gartenhäuschen bei Wein und anderen Getränken sitzend.
Durch die Fenster hindurch erkennt man rankende Gewächse im Garten, die allerdings nicht näher zu bestimmen sind. Auf den Mittelstegen der Fenster stehen kleine Blumentöpfe mit Pflanzen.
Koloriert wurde die Platte nicht (wie es so häufig auf Schneider-Stereoscopen vorkommt), lediglich die Brosche der Frau und die Uhrkette bzw. die Ringe des stehenden Mannes sind mit Muschelgold hervorgehoben.
Die Stereodaguerreotypie stammt aus der einstigen Sammlung des in Görlitz lebenden und arbeitenden Photographen Alfred Jäschke, aus der sie nach seinem Tod in die Sammlung des Museums gelangte. Jäschke besaß drei weitere Stereodaguerreotypien von den Schneiders, die ihren Weg allerdings in die Technischen Sammlungen nach Dresden fanden (Der gefrorene Augenblick, Chemnitz 2004, S. 215–217).

   
oben: Ein Tisch mit Marmor(?)platte und gusseisernem Mittelfuss bietet verschiedenen Tischgeräten und einer Weinflasche Platz

darunter: Detailvergrößerung

links: Beide Aufnahmen entstanden mit kurzem Zeitverzug auf einer Platte.


   
   
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