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HIER STELLEN WIR MONATLICH
EINE BESONDERE DAGUERREOTYPIE VOR

Martin M. Lawrence

Porträt einer jungen Mulattin
Daguerreotypie, 1/6-Platte
Lederbezogene Holzschatulle mit roter Samtausfütterung
Passepartout aus Metall, darauf die Inschrift: "LAWRENCE"
New York, 1850er Jahre
Sammlung May und Jochen Voigt
Publiziert in: "Spiegelbilder. Europäische und amerikanische Porträtdaguerreotypie, Chemnitz 2007, S. 113.


Martin M. Lawrence eilt der Ruf voran, zu den besten Daguerreotypisten Nordamerikas zu gehören. Bevor der 1808 Geborene seine Laufbahn als Photograph begann, hatte er zunächst den Beruf eines Goldarbeiters und Uhrmachers erlernt. Etwa 1842 fertigte er seine ersten Daguerreschen Aufnahmen, betrieb aber hauptberuflich bis ca. 1844 eine Uhrmacherwerkstatt auf der Fulton Street in New York City. Schon ein Jahr darauf eröffnete er seine Galerie am Bradway 152, wo er daguerreotypierte und chemische Präparate verkaufte. 1851 errang er für seine allegorische Daguerreotypie "Past - Present - Future" ("Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft") eine Bronzemedaille auf der Weltausstellung im Londoner Kristallpalast. Derartige (von Schauspielern dargestellte) Allegorien waren eine Spezialität von Lawrence. Mit seinen Mammutplatten, deren Fläche das Doppelte einer ganzen Daguerreotypieplatte maßen, erwarb er sich auch im technischen Bereich hohe Anerkennung.
1852 wählte man ihn zum Präsident der American Daguerre Association. Kurz darauf begann er sich intensiv auch der Papierphotographie zu widmen, so dass man ihn heute als einen der amerikanischen Pioniere auf diesem Gebiet ansieht.
In den fünfziger Jahren zählte das Studio von Lawrence auf dem Broadway zu den größten und elegantesten photographischen Etablissements in New York City.
"A reception room on the third floor, richly furnished; two 25-by 30-foot operating rooms on the fifth floor, with 16-foot ceilings and skylights each 12 by 15 feet" beschrieb das in New York erscheinende "Humphreys Journal" die großzügige Einrichtung.
In diese Zeit fällt unsere Aufnahme einer jungen Mulattin, die ein weißes, kurzärmeliges (!) Kleid trägt. Ihre Haare sind streng gescheitelt und straff nach hinten gekämmt, wo sie von einer Schleife zusammen gehalten werden.
Die bestens erhaltene Daguerreotypie besitzt noch ihre originale Versiegelung.

   









Ganz oben: Von einem zarten Kranz blauer Anlauffarben umspielt – ein dunkeläugiges Mädchen in heller Sommerkleidung.

darunter: Die Daguerreotype Gallery von Lawrence auf dem Broadway in New York City. Zeitgenössischer Holzstich.

links: Detail der Daguerreotypie.

   
   
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