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HIER STELLEN WIR MONATLICH
EINE BESONDERE DAGUERREOTYPIE VOR


Unbekannter Daguerreotypist

Bildnis eines Verstorbenen
USA, ca. 1850
Daguerreotypie, 1/6-Platte
Passepartout aus Messing
Lederbezogene Holzschatulle, innen links mit rotem Seidenpad.


Unbekannter Daguerreotypist

Bildnis des schwerkranken Moses Withey
rückseitig beschriftet und datiert
USA, 1848
Lederbezogene Holzschatulle, innen links mit roter Samtausfütterung.

Beide Sammlung May und Jochen Voigt

Die heutige westliche Welt erhebt Schönheit, Erfolg und Gesundheit zu ihren wichtigsten Idealen. Krankheit und Tod werden weitgehend ausgeblendet. Mitte des 19. Jahrhunderts hatten die Menschen noch ein ganz anderes Verhältnis zum Sterben. Der Tod gehörte zum Leben. Interessant ist deshalb die damals üblich gewordene Aufnahme verstorbener Menschen. Die Daguerreoypie erlaubte es erstmals, in kürzester Frist das Abbild eines Toten, gewissermaßen als letztes Andenken, zu schaffen. Aber auch gemalte Bildnisse Verblichener konnten jetzt reproduziert und im Sinne eines Memorials weitergereicht werden. Unser obiges Beispiel zeigt einen aufgebahrten Mann, der das Irdische bereits hinter sich ließ. Würdevoll ist er in Pose gerückt. Der Daguerreotypist kam direkt in das Haus der Familie.
Das andere Bildnis zeigt einen offensichtlich von schwerer Krankheit gezeichneten Mann, der sich auf einem mit warmer Wolldecke behangenen Sessel niedergelassen hat. Die rückseitige Inschrift nennt uns seinen Namen und berichtet davon, daß er nur wenige Wochen später verstorben ist: "Moses Withey, Uncle to father. Died 2 months later 1848".

   




Obgleich schon leidend sitzt der junge Mann aufrecht und würdevoll dem Daguerreotypisten gegenüber. Er wirkt für dieses (letzte) Photo herausgeputzt mit Jacke, Weste und großem Halstuch. Der Photograph hat es verstanden, das Sonnenlicht effektvoll einzusetzen, wodurch das Porträt von starken Licht- und Schattenkontrasten geprägt ist.


   
   
 
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