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HIER STELLEN WIR MONATLICH
EINE BESONDERE DAGUERREOTYPIE VOR


Jossif Iwanowitsch Peychez (auch Peischeits)

Porträt des Herzogs Maximilian von Leuchtenberg-Romanow (1817-1852)
Daguerreotypie, 1/4-Platte
Lederbezogene Holzschatulle mit reicher, geprägter Ornamentierung, innen mit weißer und grüner Seide ausgefüttert. Passepartout mit dunkelviolettem Samt bezogen, vergoldeter Abdeckring. Moskau um 1848-50
Orignal versiegelt, auf dem Etui ein Klebeetikett des Daguerreotypisten
Sammlung May und Jochen Voigt

Die aus dem Besitz der Familie Leuchtenberg-Romanow stammende Daguerreotypie zeigt den jungen Herzog MAXIMILIAN Eugen Joseph Napoleon von Leuchtenberg-Romanow, Gemahl der russischen Großfürstin Maria Nikolajewna und damit Schwiegersohn des Zaren Nikolaus. Leuchtenberg war ein Sohn des Herzogs Eugen von Leuchtenberg, der 1805 zum Vicekönig von Italien erhoben wurde. Unter Napoleon hatte Leuchtenberg glänzende Karriere gemacht, mußte jedoch nach dem Sturz des Usurpators abdanken. Sein Sohn Maximilian entwickelte sich nach entsprechenden Studien zu einem begnadeten Geologen und Mineralogen, der im Auftrag des Zaren im Ural nach kostbaren Steinen suchte. Dort zog er sich wegen des rauhen Klimas eine Lungenentzündung zu, an der er im November 1852 in St. Petersburg starb. Seine wertvolle Gesteinskollektion bildet heute den Grundstock der Mineralogischen Sammlungen in München.
Das Daguerresche Porträt befindet sich in einem erstklassig erhaltenen Lederetui, dessen obere Seite mit fein geprägter Ornamentik überzogen wurde. Auf einer der Schmalseiten des Etuis befindet sich ein grüner Klebezettel mit dem Namen des Daguerreotypisten. Gegenüber ist die Ortsbezeichnung "aus Moskau" mit Blattgold eingeprägt. Die Angaben sind in kyrillischen Buchstaben ausgeführt. Peychez hat auch die Übertragung seines Namens aus dem Kyrillischen in die lateinische Schrift vorgenommen, denn es existieren Daguerreotypien von ihm mit der Inschrift: "PEYCHEZ A MOSKOV". Diese "Europäisierung" ist vor dem Hintergrund eines größeren Anteils von europäischen Ausländern (viele Deutsche und Franzosen) in Moskau und St. Petersburg zu sehen. Peychez`Moskauer Atelier bestand in den 1840er und 1850er Jahren.

   






Auffallende Ähnlichkeiten bestehen zwischen einem Jugendbildnis des Herzogs und dem Konterfei auf der Daguerreotypie.
Das Etui für die Viertel-Platte ist wesentlich größer als vergleichbare deutsche oder österreichische Stücke. Zum Öffnen dient ein Druckknopf.

   
   
     
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