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REFERENZEN

Zahlreiche Sammler, Archive und Museen vertrauten uns bislang ihre Daguerreotypien an, unter ihnen das Grassi-Museum für Angewandte Kunst Leipzig, das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig, die Technischen Sammlungen Dresden, das Vogtlandmuseum Plauen, das Robert-Schumann-Haus Zwickau, die Internationale Mendelssohn-Stiftung Leipzig, das Stadtarchiv Gera, das Stadtarchiv Altötting, das Stadtarchiv Heilbronn, das Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg, die kulturhistorischen Sammlungen Görlitz, die Universität Jena, die Universität Regensburg, die Universität Leipzig, das Hamburg Museum, das Thüringische Landesmuseum Schloss Heidecksburg, das Stadtmuseum Weimar, die Klassikstiftung Weimar und die Kunstsammlungen Chemnitz.
Über 1000 Daguerreotypien wurden von uns im Verlaufe der letzten Jahre restauriert.

Es gibt zahlreiche Maßnahmen, die einer Daguerreotypie Schutz vor weiterem Verfall bieten, aber es gibt auch zahlreiche Schadensbilder.


GESPRUNGENE GLÄSER & GLASZERFALL

Wir tauschen korrodierte bzw. zersprungene Deckgläser bzw. reinigen die von innen stark verschmutzten Glasscheiben. Wir erneuern oder ergänzen die überlebensnotwendige luftdichte Versiegelung. Das Öffnen einer undichten Versiegelung erfordert große Vorsicht, denn auch diese alten Papiere zählen zum Original und dürfen nicht einfach zerstört oder durch modernes Archivband ersetzt werden!!!
Ein besonderes Problem stellt der Glaszerfall dar, bei dem (bedingt durch den hohen Alkaligehalt der Gläser) unter Feuchtigkeitseinwirkung Alkalien austreten können. Sie binden Wasser aus der Luft und zeigen sich dann in Form winziger ätzender Tröpfchen an der Innenseite der Scheibe, was an Kondenswasser erinnert. In solchen Fällen ist das Auswechseln der Scheiben von großer Wichtigkeit, vor allem wenn der Abstand zwischen Daguerreotypieplatte und Glasscheibe sehr gering ist.

Wichtig ist die Ergänzung mit passendem Glas, d.h. die Stärke muss unbedingt stimmen, damit die orignalen Versiegelungspapiere wieder benutzt werden können bzw. damit die Daguerreotypien auch entsprechend im Etui sitzen. Ein großer Vorrat an Sonderstärken wie 0,9, 1,2, 1,5, 2,5, 2,8, oder 3,5 Millimeter erlaubt uns auf (fast) jede Sitution zu reagieren.
Wir verfügen über drei Glassorten, die auf der Schnittfläche gelblich, grünlich oder reinweiß erscheinen. So können wir entsprechend auf die vorgefundene Befundlage eingehen. Insbesondere die Mitte des 19. Jahrhunderts häufig verwendeten reinweißen Gläser sind heute schwer zu bekommen. Wir verwenden in diesem Fall feuerpoliertes Glas der SCHOTT AG, das zudem über eine hohe chemische Beständigkeit verfügt, weil es im Bereich der Biotechnologie eingesetzt wird.

Intakte Scheiben hingegen müssen zwingend erhalten bleiben! Sie sind Teil des Originals "Daguerreotypie" und tragen zur Aura des Stücks bei. Ihre oft von Imperfektionen gezeichnete Struktur (Bläschen, Einschlüsse, winzige Kratzer) sind Kennzeichen des Alters und der damals technischen Machbarkeit. Dicke und Farbe des Glases tragen zum Gesamterscheinungsbild bei, weshalb man historische Gläser so lange als möglich erhalten soll.


SULFIDBILDUNG

Problematischer ist die Restaurierung des eigentlichen Bildes, denn letztlich stellt jede chemische Behandlung einen irreversiblen Vorgang dar. Hier muss man von Fall zu Fall mit Sorgfalt entscheiden. Nur in schweren Fällen, bei denen sich kaum noch oder nichts mehr vom Bild erkennen lässt, raten wir einer fachgerechten Sulfidreduzierung zu. Der extremen Empfindlichkeit von Daguerreotypien ist es geschuldet, dass nur der langjährig als Fachmann ausgewiesene Restaurator mit solchen Arbeiten betraut werden sollte.
Das in letzter Zeit wieder im Netz angesprochene Plasma-Verfahren zur Entfernung von Silbersulfid ist nicht neu, schon 1989 stellte Mogens Koch diese Möglichkeit im Katalog "Silber und Salz" vor. Problematisch ist allerdings die gern vorgebrachte Begründung für eine solche Reinigung: das Silbersulfid sei "hässlich". Wir weisen darauf hin, dass die blauschwarze, manchmal regelrecht schillernde Silbersulfidschicht eine wunderbare Patina bei Daguerreotypien darstellt. Dies ist keine subjektive Empfindung von uns, sondern international Konsens unter Forschern, Sammlern, Restauratoren und Kuratoren. Eine solche Patina kann nicht künstlich erzeugt werden, sie wächst über Jahrzehnte und stellt der Daguerreotypie das Zeugnis aus, unberührt und authentisch zu sein. Diese Patina geht beim genannten Verfahren verloren!


DEFEKTE ETUIS UND RAHMEN

Wir restaurieren Etuis (oft sind die Lederscharniere zerrissen) und ergänzen verlorene Passepartouts (auch solche aus vergoldetem Metall). Wir verwenden nur säurefreie, ungepufferte Papiere, Kartons und Klebestreifen. Wir verfügen über einen Bestand alter farbiger Papiere und hauchdünner, sämisch gegerbter Leder. Daguerreotypie-Rahmen aller Art (Stuck, Blattvergoldung, mit Schellack polierte Rahmen etc.) werden behutsam gereinigt bzw. restauriert. Durch die langjährige Arbeit auch im Bereich "Holz- und Fassungsrestaurierung" (Referenzen: Museen in ganz Deutschland, darunter das Grüne Gewölbe in Dresden, das Grassimuseum in Leipzig, das Hessisches Landesmuseum Darmstadt, die Rüstkammer in Dresden, das Kunsthistorische Museum Stralsund, das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig, das Schloßbergmuseum Chemnitz, die Kunstsammlungen Chemnitz, die Wartburgstiftung Eisenach, die Stiftung Schloß Friedenstein in Gotha, die Kunstsammlungen Weimar und Dutzende weitere) können wir einen ganzheitlichen Ansatz bei der Restaurierung frühfotografischer Originale bieten.


FOTOGRAFISCHE REPRODUKTIONEN

In unserem Atelier fertigen wir reflexfreie fotografische Reproduktionen von Daguerreotypien in bester Qualität, wie sie für Dokumentationen oder Publikationen benötigt werden. Gern beraten wir Sie zu Fragen des Restaurierens, Konservierens, Reproduzierens und Sammelns von Daguerreotypien.


VERÖFFENTLICHUNG

Eine Zusammenfassung konservatorischer Maßnahmen und unsere Gedanken zur Restaurierungsethik finden sie in der Publikation "Der gefrorene Augenblick. Daguerreotypie in Sachsen 1839-60. Inkunabeln der Photographie in sächsischen Sammlungen", Chemnitz 2004, S. 42-46.

   

   
   
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